FC Bayern vs FC Barcelona

Erkenntnisse einer schmerzhaften und überflüssigen Niederlage

Meine Vorfreude auf das Halbfinal-Hinspiel zwischen FC Barcelona und dem FC Bayern war richtig groß, wenngleich ich gewisse Zweifel hegte, ob  Messi & Co. angesichts der personellen Misslage der Bayern nicht eine Nummer zu groß sind. Optimistisch wie immer hatte ich trotzdem auf ein Unentschieden mit je einem Tor auf beiden Seiten getippt. Leider lag ich damit etwas daneben, selbst wenn es lange nach meinem Wunschergebnis aussah.

Hälfte eins: ein echter Hoffnungsmacher

Die erste Hälfte war wirklich ein Hoffnungsmacher. Die Bayern hatten Barcelona von ein, zwei Szenen abgesehen (vor allem die Weltklassechance von Suarez nebst Weltklasseparade von Manuel Neuer) ganz gut unter Kontrolle. Das hatte vor allem mit dem schnellen Systemwechsel seitens Guardiola von meinem prophezeiten 5-3-1 auf ein deutlich stabileres 4-2-3-1 zu tun. Beide Taktikgebilde waren eher defensiv ausgerichtet (was sich auch in der Zahl der Torchancen seitens der Münchner widerspiegelte), Barcelona kam aber in Hälfte eins nicht so häufig zu guten Abschlussgelegenheiten wie befürchtet erwartet.

Das setzt sich in Halbzeit zwei dann auch so fort, und die Bayern hatten zwischenzeitlich sogar ein leichtes Übergewicht im Mittelfeld. Wovon man sich allerdings leider nichts kaufen kann, vor allem dann nicht, wenn sich keine Torabschlüsse generieren lassen. Lewandowski war ziemlich auf sich alleine gestellt, von Thiago kam zu wenig, Müller war blass, und Schweinsteiger hatte auch nicht seinen besten Tag. So kann man gegen den FC Barcelona einfach keine Tore schießen.

Schlampig- und Müdigkeiten = drei Tore

Tja, und dann schlichen sich sukzessive Nachlässigkeiten und schlampige gespielte Pässe ein, was wohl auch mit ersten Ermüdungserscheinungen zu tun hatte. Anders lässt sich die Anhäufung von Fehlern vor dem 1:0 durch Messi nicht erklären. Genauso war es beim 2:0 und 3:0. Klar, Barcelona kann man nicht 90 Minuten lang fehlerfrei verteidigen, aber drei Tore in rund 14 Minuten ist alles andere als erklärlich.

Und doch gibt es Erklärungen, und die werden Guardiola und Sommer hoffentlich schnell und bald finden. Zu schwer wogen die Ausfälle und Robben und Ribery , vor allem in der Offensive. Dass Marc-André ter Stegen während des gesamten Spiels keinen einzigen, richtigen Ball halten musste, sagt alles über das Nicht-Vorhandensein von gefährlichen Stürmern des FC Bayern München im Mai 2015.

Neue Spieler müssen her – und zwar schnell

Was aber nicht bedeutet, dass es mit den beiden Edelfußballern zwangsläufig besser gelaufen wäre. Denn Robben und Ribery sind jenseits der 30 und werden in den nächsten ein, zwei Jahren (a) immer wieder verletzt sein und damit (b) nicht mehr die Spielfreude entwickeln können, die ein international konkurrierfähiger FC Bayern München braucht.

Aber, und das wiegt noch viel schwerer, ist dringend Bedarf auf der Stürmerpostition notwendig. Madrid und vor allem Barcelona sind hier Vorbild: Mit weniger als zwei, drei Weltklassespielern wie Messi, Neymar, Ronaldo, Bale und Co. kommst du heute nicht mehr aus. Das hat sogar Juventus Turin erkannt.

Daher muss man für die kommende Saison auf diversen Positionen fündig werden. Dazu gehört wie erwähnt der Sturm mit ein, zwei sehr guten Leuten. Dann muss für Robben und Ribery mittelfristig Ersatz gefunden werden (Götze ist es offenkundig nicht), und drittens ist ein weiterer guter Innen- und Außenverteidiger erforderlich. Denn dass Badstuber nochmal eine echte Größe bei den Bayern werden kann, möchte ich angesichts seiner Verletzungsanfälligkeit mehr als bezweifeln, und Boateng alleine kann es auch nicht richten. Und dass Benatia kein gelernter Innenverteidiger ist, konnte man gestern Abend gegen Barcelona sehr gut erkennen.

Neue Leute und vielleicht ein großes Fußballwunder

Was also bleibt von der zu hohen Niederlage gegen Barcelona als Erkenntnis? Nun, dass der FC Bayern neues Personal braucht, dass am kommenden Dienstag mehr als ein kleines Fußballwunder her muss und dass eine gewonnene Meisterschaft sowie zwei Halbfinale in einer Saison sehr, sehr respektabel sind. Aber wohl eben nicht für den FC Bayern München.

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Müller gegen Barcelona

FC Bayern München vs. FC Barcelona: Vorfreude und Respekt

In weniger als 52 Stunden pfeift Nicola Rizzoli im Camp Nou zu Barcelona das Hinspiel des Champion-League-Halbfinalkrachers FC Barcelona gegen den FC Bayern München an. Was schon mal eine gutes Omen scheint: Rizzoli war auch beim 1:0 WM-Finale des DFB-Teams gegen Argentinien erster Schiedsrichter und hat obendrein 2013 die Bayern während ihres Triumphes gegen Borussia Dortmund im CL-Finale pfeifentechnisch unterstützt.

Auch haben wir als Bayern-Fans beste Erinnerungen an den FC Barcelona, zumindest wenn man an das Halbfinale 2012/2013 denkt, das wir in zwei Spielen mit 7 zu 0 Toren gegen die Mannschaft aus Katalonien gewonnen haben. Da waren allerdings die Herren Ribéry und Robben am Start, die beim diesjährigen Kräftemessen schmerzlich vermisst werden.

Nichtsdestotrotz fährt der FC Bayern München als Deutscher Meister nach Barcelona (was Messi & Co. erst noch erreichen müssen). Daher lautet die Devise: Verstecken gilt nicht, wenngleich eine große Prise Respekt angesagt ist. Denn das, was die Katalanen derzeit in der Primera Divisíon veranstalten, ist ganz großes Kino: 6:0 gegen Getafe und am Wochenende 8:0 gegen Cordoba.

Mit der richtigen Einstellung und Aufstellung gegen Barcelona

Zugegeben, beide Teams zählen nicht zur Hautevolee Europas, aber trotzdem muss man sich vor allem vor dem Sturm des FC Barcelona gehörig in Acht nehmen, ohne allerdings das große Flattern zu bekommen. Schließlich haben die Bayern mit Boateng und Benatia zwei großartige Verteidiger in ihren Reihen, und auch der oft gescholtene Dante kann es an einem guten Tag mit Messi, Suarez und Neymar aufnehmen. Wenn nicht so ein Bock wie gegen Porto im Halbfinale dabei ist.

Darüber hinaus hat das Mittelfeld der Münchner mit Thiago, Götze und Schweinsteiger auch einiges an Klasse vorzuweisen, und dank Bernat auf links und vermutlich Lahm auf rechts können sie auch von außen Druck machen. Und in der Mitte warten dann wohl Maskenmann Lewandowski und Mister Champions League Müller, um hoffentlich dieses eine, wichtige Auswärtstor zu machen.

Wobei ich glaube, dass Guardiola mit einem defensiv ausgerichteten System beginnen wird. Soll heißen: ein kompaktes 5-3-1-1 oder etwas Vergleichbares wird es wohl werden. Damit nimmt er Barcelona hoffentlich all die Räume, die dieses fantastische Ensemble braucht, um seine ganze Virtuosität entfalten zu können. Wenn es die Bayern also schaffen Messi und Neymar dauerhaft zu stören und vorne einen reinzumachen, könnte es klappen mit einem guten Hinspielergebnis und einer passablen Ausgangslage für das Rückspiel in München.

Deshalb, ihr Bayern: Volle Konzentration und eine möglichst frühes Stören wie gegen Porto beim 6:1 und eine schöne Portion Spielfreude, dann klappt es auch gegen Barcelona. Vamos, Bayern!

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Pokalhalbfinale FC Bayern München vs. Borussia Dortmund

Spiele wie diese: Bayern München vs. Borussia Dortmund

Ja, es gibt diese Spiele wie das gestrige Pokalhalbfinale. Da standen sich gegenüber: Der FC Bayern München, seit letztem Sonntag zum 25. Mal Deutsch Fußballmeister, und  Borussia Dortmund, aktuell Platz 8 in der BuLi-Tabelle, ehrfürchtige 37 Punkte hinter den Bayern rangierend. Das sind zwölf verlorene Spiele mehr!

Also konnte es eigentlich nur einen Sieger gestern Abend in der Allianz Arena geben, zumal die Statistik ganz klar für die Bayern sprach, vor allem Zuhause. Und es sah bis zur 75. Minute auch alles nach einem ungefährdeten Sieg der Münchner aus, die die Schwarz-Gelben klar im Sack hatten. Bis zu diesem Tor von Aubameyang, das aus der allerersten Torchance der Dortmunder heraus entstand. Danach waren die Bayern zwar erst mal von der Rolle, fingen sich aber wieder.

Und selbst in der Verlängerung hatten sie noch ausreichend Möglichkeiten. Alleine Schweinsteiger mit seinen zwei nicht sauber platzierten Kopfbällen und Lewandowski mit dem Lattentreffer hätten es klar machen können, wenn nicht müssen. Aber irgendwie zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon das Gefühl: das wird heute nichts mehr.

Erinnerungen an das Finale Dahoam

Und es kamen Erinnerungen an dieses verfluchte Endspiel Dahoam gegen den FC Chelsea auf, das anno 2012 ganz ähnlich verlief. Auch da waren die Kicker aus der bayerischen Landeshauptstadt die klar dominierende Mannschaft und sind ähnlich fahrlässig mit ihren Torchancen umgegangen. Und das Ende des Spiels kennt man ja: Drogba wird eingewechselt, macht den Ausgleich, es geht in die Verlängerung und Schweini verschießt wohl den wichtigsten Elfmeter seiner Karriere.

Dass es gestern vier davon waren: Geschenkt. Dass Gagelmann (der Schiri) und sein Team den Bayern einen glasklaren Elfer verwehrt hat: geschenkt. Es gibt einfach diese Spiele, die du scheinbar nicht gewinnen kannst oder sollst.

Hoffentlich reicht es für den FC Barcelona

Allerdings scheint die Mannschaft in einem nicht sehr fitten Zustand zu sein, die letzten Wochen haben offensichtlich ihre Spuren hinterlassen. Da kann man wirklich nur hoffen, dass es für den Schlussspurt, speziell gegen den FC Barcelona nächste und übernächste Woche noch reicht. Um so mehr schmerzt die erneute Verletzung von Arjen Robben, der wohl in dieser Saison nicht mehr spielen wird. Aber vielleicht kommt ja Franck Ribéry zurück, zumindest fürs Rückspiel. Wir werden sehen.

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Deutscher Meister 2014/2015

Jetzt wird’s ernst: FC Bayern München und das Frühjahr

Ruhig war es hier auf dem Blog, viel zu lange. Dabei ist so viel passiert in den letzten Wochen und Monaten seit meinem letzten Eintrag. Das soll und wird sich ab sofort wieder ändern. Schließlich hängt mein Herz so sehr an diesem Verein.

#nurderfcb 2.0 soll einen Ausblick liefern auf die kommenden Wochen, schließlich stehen zahlreichen Highlight-Events an, auf die wir uns alle freuen können.

Zunächst einmal: WIR SIND WIEDER MEISTER! Und das zum 25. Mal seit der Gründung im Jahr 1900. Damit wurde der FC Bayern München rein statistisch betrachtet alle 4,6 Jahre Deutsche Fußballmeister. Eine fantastische Leistung. Und dreimal hintereinander den ersten Platz der Fußball-Bundesliga zu belegen ist auch eine echte Marke. Das fand zum letzten Mal in den Jahren 1998 bis 2001 statt. Und wer war’s? Klar, die Bayern!

Zumal es in dieser Saison nicht wirklich selbstverständlich war, angesichts der zurückliegenden Weltmeisterschaft und der hohen Dichte an Nationalspielern des FC Bayern München. Was sie in den letzten Wochen dann auch zu spüren bekamen in Form zahlreicher Verletzungen. Ob Ribéry, Robben, Martínez, Alaba, schon wieder Badstuber, und, und, und, so richtig vollständig war die Mannschaft kein einziges Mal während der aktuellen Saison. Und doch hat sie es wieder geschafft, und das letztlich sehr souverän.

Dortmund kann kommen

Heute steht erst einmal das Halbfinale im DFB-Pokal an, und das gegen unseren Lieblingsgegner der letzten drei Jahre: Borussia Dortmund. Deren Trainer, Jürgen Klopp, hat ja im Vorfeld ein bisschen Störfeuer gespielt, als ob eine extra Portion Motivation überhaupt notwendig wäre.

Ich weiß schon, warum ich Klopp tendenziell für arrogant und unsympathisch halte… #gehtgarnicht“Wir sind am Dienstag…

Posted by Michael Hülskötter on Sonntag, 26. April 2015

Denn die Spiele gegen die Lüdenscheider sind immer von einer speziellen Brisanz, und das nicht erst seit diverser Niederlagen, die die rot-weiße Seele sehr geschmerzt haben. Wenn die Bayern aber so spielen wie im Rückspiel gegen den FC Porto, kann es eigentlich nur einen Sieger am Ende geben und der FCB zum 21. Mal im Finale stehen und dabei versuchen, den Pott zum 18. Mal zu gewinnen. Das wäre auch eine ganz besondere Leistung und sogar noch besser als der Meisterschaftsschnitt: Dann gewännen die Bayern nämlich seit 1952/53 alle 3,5 Jahre den Deutschen Pokalwettbewerb.

FCB versus FCB: Zwei große Mannschaften im CL-Duell

Am 23. April 2013 fand in München ein Fußballballspiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe statt. So dachte man zumindest. Da empfing der FC Bayern München den FC Barcelona, und jeder im Stadion ging von einer engen Kiste aus. Dann kam es aber ganz anders und Bayern fegte die Katalanen mit 4:0 aus der Allianz Arena. Und das Rückspiel in Camp Nou endete ebenfalls mit einem klaren Ergebnis: 3:0 für den Lieblingsverein.

Tja, und kommende Woche, am 6. Mai 2015, stehen sich beide Mannschaften wieder im Halbfinale der Champions League gegenüber, und auch dieses Mal scheinen die Vorzeichen ähnlich zu sein. Denn Barcelona hat so grandiose Spieler wie Messi und Neymar in seinen Reihen, bei den Bayern Robben, Ribery, Thiago und Co. Wenngleich beide Erstgenannten nicht vollkommen fit bzw. in Form sind. Aber gerade für die beide Duelle mit dem aktuellen Tabellenführer der Primera Divisón wären Franck und Arjen immens wichtig. Aber, und das hat das grandiose 6:1 gegen Porto gezeigt, ist die Mannschaft auch ohne seine beiden Ausnahmespieler zu Großem fähig.

Am Ende steht eine sehr gute Saison, so oder so

Ganz gleich, wie die Spiele gegen Dortmund und Barcelona ausgehen: Es wird wieder einmal eine großartige Saison des FC Bayern München sein. Denn trotz aller Verletzungen und persönlicher Rückschläge für einzelne Spieler ist man bereits Deutscher Meister und steht in zwei Halbfinalen. Das muss uns erst einmal einer nachmachen.

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Double-Meister FC Bayern: Das sehr gute Ende einer tollen Saison


Double-Sieger 2014Als Anhänger eines der erfolgreichsten Vereine dieses Planeten mögen manchmal die Ansprüche in den Himmel wachsen. Das hat die abgelaufene Spielzeit 2013/2014 wieder einmal trefflich demonstriert.

Denn nach der Triple-Saison 2012/2013 konnte es eigentlich nur schlechter werden, doch das Gegenteil stellte sich ein. So kam mit Pep Guardiola ein Trainer an Bord, von dem jeder Fußballverein nur träumen kann. Denn der FC Bayern hat ihn einfach so verpflichtet, und schon sprach jeder vom bevorstehenden Zauberfußball, den dieser Startrainer aus Katalonien an der Isar etablieren würde. Genauso, wie er es vier Jahre lang mit dem FC Barcelona praktizieren ließ. Und es kam exakt so, wie es sich alle erhofft hatten.

Besser noch: Es wurde viel, viel besser. Denn die Mannen rund um Schweinsteiger, Ribéry und Co. spielten einen Zauberfußball, der in Sachen Geschwindigkeit und Dominanz den Vorgängerfußball unter Jupp Heynckes toppte, womit wirklich nicht zu rechnen war. Das ließ mich Mitte Februar zu der Aussage hinreißen, dass es als Bayern-Fan schon mal ganz schön langweilig sein kann. Und dass meine ganze Hoffnung auf dem FC Arsenal liege, damit der Londoner Club mal wieder für so etwas wie Spannung sorgen könnte. Vergebens.

Ende März war es dann soweit: Der FC Bayern wurde am 27. Spieltag mit einem 3:1 bei Hertha BSC Berlin so früh Deutscher Meister wie noch keine deutsche Mannschaft je zuvor, und ich philosophierte sogleich darüber, was das wohl für die restliche Saison bedeuten könnte. Guardiola tat das leider auch, indem er verkündete, dass der FC Bayern die Spielzeit 2013/2013 ab sofort ad acta lege. Was wohl in gewisser Weise ein Fehler war.

Denn die Auswirkungen zeigte sich gleich am nächste Spieltag beim 3:3 gegen Hoffenheim, und das in der Allianz Arena, in unserer Trutzburg. Und eine Woche später verloren wir gar mal wieder ein Spiel, und das nach 53 unbesiegten Matches. Klar, das war der Aufstellung geschuldet und dem Umstand, dass die Spieler bereits mit dem Kopf beim bevorstehenden Chmapions-League-Spiel gegen Manchester United waren. Schlau war es aber vielleicht trotzdem nicht.

Konsequenterweise folgte sogleich die nächste Pleite, und dieses Mal war es ein deftiges 0:3. Zuhause. Gegen Dortmund, ausgerechnet. Da merkte man zum ersten Mal, dass den Bayern die fußballerische Leichtigkeit irgendwo zwischen Berlin und Mainz abhanden gekommen war, und der Zauberfußball der ersten 27 Spielrunden war irgendwohin verschwunden.

Zwar glaubte ich bei der Auslosung zum Halbfinale der Champions League noch ein gutes Los, was sich aber spätestens nach der 0:4-Klatsche im eigenen Stadion gegen Real Madrid als Trugschluss herausgestellt hatte. Und dann nahm auch noch Guardiola die komplette Schuld auf sich, die Niederlage gegen Madrid ganz alleine verantworten zu müssen. Doch hätte man nicht mal sagen könnte: Mensch, man muss auch mal verlieren können?

Ja, hätte man, aber der FC Bayern wäre nicht dort, wo er steht, wenn sie zufrieden wären mit dem, was sie bereits erreicht haben. Und so wurde aus dem letzten Spiel der Saison, das im Pokalendspiel gegen Borussia Dortmund mündete, erstens ein Charaktertest für die Mannschaft und zweitens eine Nagelprobe für Guardiola, ob er auch etwas anderes spielen lassen kann als Ticki-Tacka.

Und ja, er kann! Und wie!

Denn Pep Guardiola überraschte alle mit einer taktischen Aufstellung, die etwas hatte vom ultimativen Meisterstück. Und genau das wurde es dann auch. Denn mit einer Dreierkette, die in der Vorwärtsvbewegung der Bayern in eine Fünferette mutierte, mit einem Arien Robben in der Spitze und einem hängenden Sechser Javier Martinez kamen die Dortmunder bis auf ganz wenige Momente (wie beim zu unrecht nicht gegebenen Tor von Mats Hummels) nicht bis gar nicht zurecht.

Und so schossen Arjen Robben und Thomas Müller den FC Bayern München zum zehnten Double-Gewinn seiner Vereinsgeschichte. So wurde diese tolle Saison zum Glück mit einem großartigen Ende veredelt. Und die Kinder und ich pilgerten zur Double-Meister-Sause am Marienplatz. Was für ein Glück! Danke, Bayern! Danke, Pep!

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Warum der FC Bayern gegen Real Madrid seine Leichtigkeit wiederfinden kann [Upd]

Real Madrid vs. FC Bayern MünchenVor eineinhalb Wochen, kurz nach der Auslosung des Champion-League-Halbfinales, habe ich über das tolle Los gejubelt: dem FC Bayern München wurde Real Madrid zugewiesen, und das auch noch mit Heimspielrecht im Rückspiel. An dieser meiner Meinung hat sich nichts geändert. Höchstens an den Vorzeichen.

Kein Ticki-Tacka und keine 50-m-Diagonalpässe mehr

Denn noch bis zu dem Spiel gegen Borussia Dortmund war klar, wer der klare Favorit auf die Finalteilnahme ist. Seitdem hat der FCB allerdings das Spielerische seiner Fußballkunst ein wenig aus den Augen verloren. Keine Ticki-Tacka-Ballstaffetten mehr, keine Diagonalepässe von Toni Kross mehr über 50 Meter, keine Fünffach-Übersteiger mehr von Franck Ribéry. Geblieben ist eine offensichtlich verunsicherte Mannschaft, und keiner weiß, warum. Nun ja, es gibt vielleicht den ein oder anderen Erklärungsversuch. Vielleicht war es die ständige Rotiererei von Pep Guardiola, nachdem feststand, dass die Bayern so früh wie noch nie in ihrer Geschichte Deutsche Meister waren. Die unglückseilige Verletzung von Thiago, einem der besten Bayern-Spieler bis zu diesem Zeitpunkt. Die unnötigen Niederlagen gegen Mainz und Dortmund, die möglicherweise der Rotation zugrunde liegen.

Das Fehlen von Manu Neuer könnte schwer wiegen

Update: Die gute Nachricht kommt von der taktischen Aufstellung des FC Bayern: Manuel hat seine Verletzung überwunden und wird im Tor stehen. Und auf Seiten Madrids wird Ronaldo von Anfang spielen, im Gegensatz zu Gareth Bale. Aufstellung Real Madrid FC Bayern München Und jetzt fehlt auch noch Manuel Neuer, wie es scheint, der sich gegen Dortmund an der Wade verletzt hat und seitdem an seinem Comeback arbeitet. Klar, mit Lukas Raeder steht ein passabler Ersatzmann für Neuer parat, der wie die Nummer 1 in Gelsenkirchen ausgebildet wurde. Aber zum einen fehlt Raeder die Erfahrung und Klasse eines Manuel Neuer, und zum anderen verfügt der Stammkeeper des FC Bayern über eine Ballbehandlung, um die ihn so mancher Feldspieler beneiden mag. All diese möglichen Gründe sollen die Kicker um Lahm, Schweinsteiger und Co. aber nicht davon abhalten, gegen Real Madrid ein gutes Spiel abzuliefern, denn sie werden das Fußballspielen doch nicht verlernt haben in den letzten Wochen. Und klar ist auch: Heute können sie sich die Leichtigkeit ihres Spiels wieder zurückholen – oder sie weiter zuschütten. Hoffen wir mal auf das Beste. Go, Bayern, go!

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Real Madrid vs. FC Bayern München

Tolles Los: FC Bayern spielt gegen Real Madrid

Das große Stöhnen in Madrid war bis nach München zu hören, als Freitag Mittag im fernen Nyon die Halbfinalepartien der Champions League gezogen wurden. Dabei verkam zunächst einmal die Veranstaltung zur Mini-Farce, denn was in einer Viertelstunde (max.) hätte abgehandelt werden können, nahm etwa 45 Minuten in Anspruch.

Der „Missetäter“ für das Unwohlsein in der spanischen Hauptstadt war schnell ermittelt: Luís Figo, selber einer der großen Real-Spieler von 200 bis 2005, zog nächst Real Madrid aus dem Lostopf, um anschließend die rote Kugel mit dem Inhalt „FC Bayern München“ zu präsentieren.

„Nicht schon wieder diese Bayern!“, muss wohl in der Chefetage und auf dem Trainingsgelände des derzeitigen Tabellendritten der spanischen Primiera Division ausgerufen worden sein. Und das zurecht, schließlich hat man an die „Bestia Negra“ aus „Múnich“ primär schlechte Erinnerungen.

5x KO-Sieger und zwei weitere Erfolge gegen Real Madrid

Bereits 20 Mal standen sich der FC Bayern München und Real Madrid in der langen Geschichte des Landesmeistercups gegenüber, und das seit der Saison 1975/76. Davon gingen die Bayern insgesamt fünf Mal in KO-Paarungen als Sieger vom Platz, obendrein siegten sie in der Saison 1999/2000 zwei Mal in der damals noch existierenden Zwischenrunde.

Vor allem aber die letzten zwei Partien, ebenfalls das Halbfinale der Champions League, sind den Madrilenen wohl noch in unguter Erinnerung. Da verloren sie zwar in München mit 1:2, führten beim Hinspiel acht Tage später aber bereits in der 14. Minute durch zwei Tore von Cristiano Ronaldo mit 2:0 und wähnten sich wohl schon im Reich ihrer Träume.

Doch ein Elfmeter in der 27. Minute von Arjen Robben und ein aufopferungsvoll kämpfender FC Bayern München erzwangen die Entscheidung im Elfmeterschießen, in dem die bayerischen Spieler Alaba, Gómez und Schweinsteiger trafen und einen weinenden Ronaldo zurückließen.

Die Vorzeichen sprechen für den FC Bayern München

Die Vorzeichen für den FC Bayern stehen für die Neuauflage des Halbfinales 2011/2012 also sehr gut, zumal der Superstar der Madrilenen aufgrund muskulärer Probleme auszufallen droht. Und was Real Madrid ohne Ronaldo wert ist, hat der Verein letzte Woche beim äußerst schmeichelhaften 0:2 gegen Dortmund gezeigt: Nicht viel, wenn man sie denn gehörig unter Druck setzt. Und das können Schweinsteiger, Ribéry, Robben und Co. ganz vorzüglich.

Also, auf geht’s, ihr Bayern! Kehrt noch einmal die „Bestia Negra“, die schwarze Bestie heraus! Auf das Ronaldo wieder so herzzerreißend weint…

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FC Bayern steht im Halbfinale der Champions League, und das ist gut so!

FC Bayern-Flagge, extra gehisst in Emsdetten, NRW
Die FC Bayern-Flagge, extra gehisst in Emsdetten, NRW

Was wurde nach der Auslosung des Champions League Viertelfinales nicht alles geschrieben: Manchester United sei das einfachste Los aller verbliebenen Mannschaften, das wird quasi ein Selbstläufer, etc. Dann kam das Hinspiel in Old Trefford, und spätestens nach Schlusspfiff wussten die ganzen Schlaumeier: Na, das ist doch keine „g’mahte Wies’n“ (bayerisches Idiom für einen günstigen Ausgang, der schon im Vorhinein feststeht).

Klar, die Bayern haben die 90 Minuten gegen ManU dominiert und lagen am Ende in allen Statistiken vorne, aber Zahlen alleine lassen eine Mannschaft nicht gewinnen oder verlieren. ManU hatte einen Plan, und den haben sie ziemlich gut umgesetzt, wobei im Falle einer Doppel-Viererkette sicherlich nur Defensivfetischisten die Note „gut“ vergeben. Man könnte auch sagen: Rooney & Co. haben sich das 1:1 „ermauert“. Nicht schön, aber hey, so ist Griechenland anno 2004 unter Otto Rehhagel Fußballeuropameister geworden.

Mauermannschaften haben in der CL nichts verloren

Und gestern? Da war es erst mal nicht anders als letzte Woche, nur mit einem Unterschied: Bayern hat am Ende gewonnen dank der Tore von Mandzukic, Müller und Robben, und das in einer eindrucksvollen Art und Weise. Und damit gleichzeitig belegt: Mauermannschaften wie Manchester United haben in einem Halbfinale der Champions League nichts verloren. Und das ist auch gut so!

Fazit: Morgen Mittag wird dem FCB der FC Chelsea zugelost, dann kann die Mannschaft um Pep Guardiola die nächste Defensivkünstlertruppe aus dem Wettbewerb eliminieren. Zudem haben wir mit Mourinho & Co. noch eine Rechnung offen. Und außerdem muss sich ja irgendwer um die Verbesserung der Fünf-Jahres-Wertung der Bundesliga kümmern…

So sehen Sieger aus: Die erfolgreiche Startelf gegen ManU
So sehen Sieger aus: Die erfolgreiche Startelf gegen ManU

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Bayern hat mal wieder verloren – ja, und?!

FC Bayern München TasseAusgerechnet der werte Herr Veh der Frankfurter Eintracht stimmt ein Lamento in Moll an, die Bayern betrieben mit ihrer Rotationspolitik Wettbewerbsverzerrung. Ausgerechnet. Ist das nicht derselbe Herr Veh, der noch vor einigen Wochen zwei wichtige Spieler zuhause ließ, weil es bei einem Auswärtsspiel im übermächtigen München ohnehin nichts zu holen gäbe. Ja, ja, so schnell ändern sich die Zeiten und Bewertungen und Befindlichkeiten.

Aber zurück zu den Bayern. Ja, sie haben gestern nach 53 Spielen der Unbesiegbarkeit mal wieder verloren. Ja, und, who cares?! Sie sind schon Meister, und diese ganzen Rekorde und Statistiken und Zahlenspielchen sind doch eine reine mediale Veranstaltung, die für den FC Bayern München Null Relevanz hat.

Denn eines ist wichtig: der Mittwoch, und der wird hart genug, wenngleich die Bayern als Favorit ins Rückspiel des Champions-League-Viertelfinales gehen. Denn für ManU ist es die allerletzte Chance in dieser Spielzeit, noch halbwegs erfolgreich zu sein. Ob mit oder ohne Rooney. Und dafür werden sie Gras fressen und 90 Minuten oder mehr alles tun.

Und die Bayern haben auch ja noch ein paar Ziele, womit wir doch wieder bei Statistiken und Co. sind: Sie wollen zum ersten Mal in ihrer Geschichte das Triple wiederholen, und da gilt die ganze Konzentration den nächsten vier Spielen plus zwei Pokalbegegnungen. Das ist wichtig. Und nicht ein HeimAuswärtsspiel gegen den FC Augsburg. Aller Rekorde zum Trotz.

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Der schnellste Deutsche Meister aller Zeiten und was das für die restliche Saison bedeutet

MeisterschaleLange war es hier still. Nicht etwa, weil meine Leidenschaft für den FC Bayern erloschen ist, im Gegenteil. Mit jedem neuen Rekord finde ich diesen Verein noch geiler als zuvor, selbst wenn sich schon mal etwas Langeweile breit macht.

Nein, ich habe mich ganz bewusst zurückgehalten in den letzten Wochen, da ich die mediale Hetze gegen Uli Hoeneß unerträglich fand und ich mich einfach nicht als ein weiteres Medium betätigen wollte. Außerdem hatte ich in den vergangenen Wochen sehr gut zu tun. Also, beruflich und so.

Doch mittlerweile ist es wieder etwas ruhiger geworden um die 28,5 Millionen, zudem ist vorgestern etwas wahrlich Historisches passiert, sodass ich heute einfach nicht anders kann, als das am Dienstag Geschehene in einen metaphysischen Kontext zu packen.

Schnellster Deutscher Meister aller Zeiten…

Die Profifußballer der FC Bayern München AG sind nämlich seit 1963 zum 24. Mal Deutscher Meister geworden, und das so früh wie keine andere Mannschaft je zuvor. Dabei hat sie sich selbst um einen weiteren Spieltag gesteigert, denn letzte Saison war der FCB „erst“ am 28. Spieltag Meister. Dieses Mal ist ihm das bereits in der 27. Runde der aktuellen Saison 2013/2014 gelungen.

Ich will jetzt gar nicht alle Rekorde aufzählen, das machen ja andere unentwegt.  Ich will mich lieber darauf konzentrieren, was diese frühe Entscheidung des wichtigsten Bundesliga-Titels für den Rest der Spielzeit bedeuten könnten.

… und die Konsequenzen daraus

Zunächst einmal: Pep Guardionla wird wohl noch heftiger als bisher die Rotationsmaschine anwerfen, auf dass alle regelmäßig spielen können. Das ist angesichts der noch wirklich herausfordernden Spiele in der Champions League von immanenter Wichtigkeit. Denn wie schnell kann sich einer der Schlüsselspieler à la Ribéry, Robben, Thiago, Schweinsteiger, etc. verletzen. Oder es wird ein Spieler mit Rot bedacht und damit in ein, zwei Spielen fehlen (siehe Jerôme Boateng letzte Saison im Achtelfinale der CL).

Außerdem hilft der regelmäßige Einsatz aller bayerischen Angestellten des Fußballbetriebs, die Laune hochzuhalten und erst gar keinen Frust bei dem ein oder anderen aufkommen zu lassen. Aber das scheint Guardiola wie schon sein Vorgänger Heynckes auf Trefflichste zu beherrschen. Da muss man sich wohl keine Sorgen machen.

Taktische Spielchen im Hinblick auf Real Madrid

Und noch ein wichtiger Aspekt könnte mit der frühen Meisterschaft einher gehen: Guardiola kann jetzt noch intensiver als bisher seine taktischen Spielchen perfektionieren und während eines Spiels die Mannschaft zwei bis fünf Mal komplett verändern. So für den Ernstfall, sollten die Bayern im Halbfinale beispielsweise auf Real Madrid oder Barcelona treffen. Aber davor stehen ja erst noch die zwei Begegnungen gegen Manchester United an.

Denn um diese Spiele geht es noch in der Saison. Alles andere ist nur noch Beigabe. Und die Verteidigung des CL-Titels. Und des Tripels. Und des Quintripels. Aber so weit sind wir lange noch nicht…

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