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1.000 Siege des FC Bayern München

FC Bayern: 1.000 Siege, 1.000 Emotionen, 1.000 Erinnerungen

Samstag Nachmittag, 24.10.2015, lange vor 17:15 Uhr, stand es fest: Der FC Bayern München, aktueller Tabellenerster der Deutschen Fußballbundesliga, wird sein Bundesligaspiel Nummer 1.000 gewinnen, und das seit dem Aufstieg in die höchste Spielklasse im Jahr 1965 . 1.000 Siege, das bedeutet auch 1.000 Emotionen und mindestens genauso viele Erinnerungen, die ich mit diesem Verein verbinde.

Ob das dieses wahnsinnige Saisonfinale des Jahres 2001 war, als ein gewisser Patrik Andersson die Bayern in allerletzter Minute resp. Sekunde zum Deutschen Meister machte oder das verlorene Endspiel gegen Manchester United 1999 oder das gewonnene Endspiel der Champions-League-Saison 2012/2013 gegen die Schwarz-Gelben aus Dortmund – jedes dieser Ereignisse (ob Sieg oder Niederlage) hat einen besonderen Platz in meinen Erinnerungen.

Ein ganz besonderes Spiel war allerdings – auch für mich ganz persönlich – das gewonnene Endspiel der Champions-League-Saison 2000/2001. In diesem Jahr konnte der FC Bayern München nicht nur die Scharte des zwei Jahre zuvor verlorenen Endspiels auswetzen, sondern ich habe dieses Finale zum ersten Mal als Vater erlebt. Damit wird es immer etwas ganz Besonderes bleiben.

Selbst wenn mir dieses Kind im alleremotionalsten Moment ein wenig „im Weg stand“. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, die es bald hier nachzulesen gibt.

Zur Erinnerung: Den ersten Sieg in der Bundesliga errang der FC Bayern München am 21. August 1965 gegen Eintracht Frankfurt mit 2:0. Am Ende belegten die Bayern der großartigen dritten Platz, und das als Neuling der 1. Bundesliga. Darüber hinaus gewannen sie in dieser Saison den DFB-Pokal.

Die Geschichte eines Mitgliedsausweises – die Auflösung

Meine Mitgliedskarte

Gestern hatte ich es angekündigt: Zu meinem Mitgliedsausweis, den ich seit Sommer 2013 mein Eigen nenne, gibt es eine schöne Geschichte, die ich hier zum Besten geben will.

Angefangen hatte es damit, dass wir am Abend des 24. Mai 2013 beisammen saßen  und darüber philosophierten, wie das morgige Champions-League-Finale ausgehen werde. Klar war uns allen: Wenn es dem FC Bayern München zum dritten Mal binnen vier Jahren nicht gelingen sollte, den Henkelpott zu holen, wäre die bisherige grandiose Saison Makulatur. Vor allem, weil der Gegner Borussia Dortmund hieß.

So wurde es später und später, und immer neue Aspekte kamen hinzu, warum es die Bayern unbedingt schaffen müssen und wohl auch werden. Und auf einmal wusste ich, was ich ganz persönlich zu einem positiven Ausgang des Finales in Wembley beitragen kann: ich werde Mitglied des FC Bayern München. Und zwar heute noch, einen Tag vor dem Endspiel.

So ging ich nach Hause, klappte mein Macbook auf und begab mich auf fcb.de. Dort fand ich nach einigem Suchen den passenden Link, der mich zum Onlineformular führte, mit dessen Hilfe ich Mitglied meines Lieblingsvereins werden sollte. Und das nach fast 40 Jahren Fan-Dasein. Tja, wie wir alle wissen: Es hat geholfen. Und wie!

Facebook-FC Bayern-Memories (2)

Dieser kleine Facebook-Eintrag meinerseits entfachte eine mittelschwere Revolte:

Dabei reicht ein Blick auf Wikipedia völlig aus, um die Bedeutung der Sterne oberhalb des FC Bayern-Wappen zu erklären:

Unter die DFL-Regelung fallen nur Meisterschaften, die in der Fußball-Bundesliga errungen wurden (also Meistertitel in der Bundesrepublik Deutschland seit 1964). Da die deutsche Bundesliga in ihrer Geschichte neben einer dominierenden Mannschaft (FC Bayern München) mehrere Vereine mit einer vergleichsweise geringen Anzahl an Meisterschaften aufweist, entschied sich die DFL zu einer ungewöhnlichen Verteilung:

  • Ab drei Meisterschaften: ein Stern
  • Ab fünf Meisterschaften: zwei Sterne
  • Ab zehn Meisterschaften: drei Sterne
  • Ab zwanzig Meisterschaften: vier Sterne

Peter hat also recht und es wird in nächster Zeit (leider) bei den vier Sternen für die Bayern bleiben. Schade eigentlich!

Niederlage dahoam: Was vom Fußball übrig blieb

Champions League Finale 2012

Selten waren sich Fans so einig: Das war die unverdienteste Niederlage eines Fußballspiels wie das, was gerade zu Ende gegangen war. Auch mir ging es damals so, an diesem 19. Mai 2012 zu München. Eine Rückblende.

Es passte alles zusammen: Die Stimmung in der Stadt war grandios, viele Geschäfte hatten sich rot-weiß herausgeputzt, um ihre Sympathie und die damit einher gehende Hoffnung auf ein großes Spiel und den richtigen Gewinner zu demonstrieren. Und alle waren sich einig: Aus diesem Duell FC Bayern München vs. FC Chelsea darf und kann es nur einen Gewinner geben: #nurderfcb.

Der Rahmen passte also, so gesehen konnte gar nichts schief gehen. Okay, in der Liga lief es nicht so rund, dort dominierte Dortmund das Geschehen, aber in der Champions League war der FC Bayern eine andere Mannschaft, versprühte dort einen anderen Geist als in der heimischen Liga. Warum auch immer.

Wir trafen uns früh im Taxisgarten zu München, um dem Fußballereignis in angemessener Weise zu frönen. Weißbier und Schweinsbraten waren unsere Vorspeise, glaube ich, die Lust machen sollten auf den Hauptgang, der ab 20:45 Uhr gereicht werden sollte. Und es sollte ein 3-Sterne-Menü werden. Wenn da nicht diese unsägliche Nachspeise gewesen wäre, die uns das komplette Abendmahl versaute.

Bis kurz vor Schluss schmeckte es gar köstlich. Die Bayern führten dank eines Kopfballtreffers des großartigen Thomas Müller, und selbst Marcel Reif, der nicht als ausgewiesener Bayernfan bekannt ist, sprach zur Wiederholung des Kopfballtreffers die für ihn milden Worte: „Wenn Sie ein verdientes Tor sehen wollen – hier bitte, da ist es!“.

Doch dann musste Josef „Jupp“ Heynckes den vermeintlichen Held von München, T. Müller, vom Platz nehmen, da dieser von Wadenkrämpfen heimgesucht wurde. Für ihn kam Daniel van Buyten, und mit ihm änderte sich die taktische Grundaufstellung. Tja, und die nutzte Chelsea in Person von Didier Drogba gnadenlos aus. Denn mit der allerersten Ecke der Engländer wuchtete der Ivorer Drogba das Runde in das Eckige.

Wer dachte da nicht sofort an Barcelona 1999, als ein gewisser Ole Gunnar Solskjær in der dritten Minute der Nachspielzeit den Bayern im Champions-League-Finale den tödlichen Dolchstoß versetzte. Also, ich nicht, zu sicher war ich mir, dass die Bayern es trotzdem noch schaffen. Zu überlegen hatten sie gespielt in diesem „Finale dahoam“. Und es waren ja noch 30 Minuten Zeit.

Und in der Tat, in der dritten Minute der Verlängerung gab es diese hundertprozentige Chance in Form eines Elfmeters. Ribéry wurde gefoult, und Arien Robben schnappte sich die Kirsche, um dieselbe im Londoner Tor zu versenken. Dabei hatte er wenige Wochen zuvor gegen den BVB einen vorentscheidenden Elfer nicht im Kasten untergebracht. Er lief an – und verschoss!

Doch selbst nach dieser unglücklichen Szene hatten die Bayern noch genügend Torchancen, doch keine sollten sie verwerten können. Und so kam es tatsächlich zum Ultima Ratio, zum unglücklichsten Ende eines Fußballspiels. Bastian Schweinsteiger setzte im Elfmeterschießen den fünften Schuss an den Pfosten, Drogba traf, Chelsea war Champions-League-Sieger 2011/2012. Und alle, alle waren sich einig: Das ist nicht gerecht.

Doch was ist schon gerecht im Fußball.

Vier Minuten Nicht-und-dann-doch-Meister

MeisterschaleEs gibt viele Geschichten rund um den FC Bayern München, die fest in meiner Erinnerung verdrahtet sind. Eine davon ist zweifellos eine Meisterschaft, die bereits verloren geglaubt war, um dann tausend Mal süßer und köstlicher zu schmecken als viele Meisterschaften, die vorher stattgefunden hatten und danach noch kamen.

Der geneigte Fan weiß natürlich, wovon ich rede. Es handelt sich um die Deutsche Fußballmeisterschaft der Spielsaison 2000/2001, die innerhalb von vier Minuten zweimal komplett kippte, sodass Menschen mit einem schwachen Herzen durchaus gefährdet waren. Ich kann es nicht genau sagen, aber sicherlich war dieses „Finale Furioso“ für den ein oder anderen Zeitgenossen zu viel des Guten.

Ich habe dieses unfassbare Endspiel um die Meisterschaft, das ja auf zwei verschiedenen Plätzen stattfand, mit meinem Bruder erlebt. Und zwar vor dem Radio in der Live-Konferenz. Warum wir es nicht in einer der zahlreichen Kneipen mit Premiere-Fernsehanschluss gesehen haben, weiß ich heute nicht mehr. Ich weiß nur, dass diese Radiosportübertragung das Spannendste war, was ich bis dahin erlebt hatte. Es war nur schwer auszuhalten!

Denn eigentlich war die Meisterschaft für die Bayern vor dem Anpfiff eine „gemahte Wies’n“, wie man in Bayern sagt, da den Münchnern ein einziger Punkt reichte, um vor den zweiplatzierten Schalkern als Erster durchs Ziel zu laufen. Und bis zur 90. Minute sah auch alles wie geplant aus. Tja, bis zu dem Moment, als ein gewisser Herr Barbarez meinte, er müsse den Bayern die Meisterschaft vermiesen und das eins zu null schießen.

Alle waren fassungslos: die Spieler, die Verantwortlichen des FCB, die Auswechselspieler, das Stadion, mein Bruder, ich, alle eben. Ich lag zusammengesunken auf dem Boden, ungläubig dessen, was da gerade passiert war. Aber ich wusste in diesem Moment nicht, dass es noch viel unfassbarer werden sollte.

Die Schalker hatten ihr Spiel zu diesem Zeitpunkt bereits gegen Unterhaching gewonnen, wenn auch mit anfänglicher Mühe. Also waren sie zu diesem Zeitpunkt tatsächlich Meister, was niemand für möglich gehalten hatte. Schließlich warten die Blauen bereits seit 1958 auf den größten Erfolg, den man national erzielen kann. Und alle in Gelsenkirchen feierten bereits dieses historische Ereignis. Weil ihnen ein ganz schlauer Reporter gesteckt hatte, dass das Spiel in Hamburg zu Ende war und der HSV 1:0 gewonnen hatte.

Das Dumme war nur: In Hamburg wurde noch gespielt, und dann bekamen die Bayern tatsächlich noch diese allerletzte Chance, die der HSV-Keeper Schober (lustigerweise war er zu diesem Zeitpunkt Noch-Schalker, und zwar auf Leihbasis) mit seiner Aufnahme eines Rückpasses überhaupt erst ermöglichte.

Patrik Andersson
Patrik Andersson

Da lag also dieser Ball rund elf Meter vom Hamburger Tor entfernt, und alle, alle waren im Strafraum versammelt. Selbst Oliver Kahn tigerte dort herum (heute gäb es eine gelbe Karte dafür). Natürlich lautete die zentrale Frage: Wer schießt?

Die Wahl fiel auf Patrik Andersson, einen Verteidiger mit schwedischen Wurzeln, der später zum FC Barcelona verschwand und dort nicht so richtig glücklich wurde. Aber in diesem Moment war er der richtige Mann für die alles entscheidende Aktion. Er lief also an und zimmert die Pille mit dem Innenrist an der Hamburger Mauer ins Tor! Was eigentlich gar nicht möglich war, denn da waren so viele Beine im Weg, dass man sich heute noch fragen muss: Wie war das überhaupt möglich?!

Aber es war möglich, und so sprangen mein Bruder und ich auf, voll mit Adrenalin, und schrieen uns das Glück von der Seele! Und das, obwohl wir gar nicht gesehen, sondern nur gehört hatten, was gerade passiert war. Aber das reichte für eine Explosion, wie sie in einem Fußball-Fan-Leben wohl nur ein paar Mal vorkommt. Ich glaube, es ist sogar ein wenig Putz von der Decke gefallen.

Na ja, der Rest war Glück pur. Zugegeben, nicht für alle. Denn im knapp 570 Kilometer entfernten Schalker Parkstadion ging die Welt unter und tausende von Träumen wurden jäh von einem einzigen Tor zerstört. Das war der Tag, an dem der Begriff „Meister der Herzen“ erfunden wurde. Also, mir reichte „Meister 2000/2001“ vollkommen!

Videotipp: Das folgende Zeitdokument löst in mir immer noch größte Glücksgefühle und Tonnen von Gänsehaut aus. Zuschauen und genießen!

#nurderfcb: Meine Liebe, meine Leidenschaft, mein FC Bayern München

fcb emblem#nurderfcb! Diesen Ausruf kennen viele meiner Facebook-Freunde nur zu gut. Es handelt sich dabei um einen Ausdruck größter Freude, wenn MEIN Verein wieder einmal gewonnen hat. Oder besonders gut gespielt. Oder beides. Und das kommt seit geraumer Zeit ziemlich oft vor.

Dieser Verein, den ich meine, ist natürlich der FC Bayern München, gegründet im Jahre 1900. Mich begleitet dieser Fußballclub seit fast 40 Jahren. Genauer gesagt seit dem 7. Juli  1974.

Denn an diesem Tag entbrannte meine Liebe für einen Fußballverein, den es so kein zweites Mal auf diesem Planeten gibt. Zumindest nicht für mich. Und das alleine zählt.

An diesem 7.7.1974 standen sich die seinerzeit zwei besten Nationalmannschaften der Welt gegenüber, und zwar im Finale um die zehnte Fußballweltmeisterschaft. Es spielten auf der einen Seite: Deutschland und auf der anderen Seite: die Niederlande. In den Reihen der Männer rund um Nationaltrainer Helmut Schön standen Spieler wie Sepp Maier, Paul Breitner, Georg „Katsche“ Schwarzenbeck, Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und natürlich „dickes“ Gerd Müller.

Allein diese Spieler haben dafür gesorgt, dass ich damals als fast 12-Jähriger instinktiv wusste: Ja, das ist er und das wird er immer sein, mein Verein! Mein FC Bayern! Meine große Leidenschaft!

Und das ist so geblieben, bis zum heutigen Tag. Und je älter ich werde, desto größer ist dieses Feuer in mir, das für den FC Bayern München brennt. Und daher habe ich mit dem heutigen Tag dieses Blog ins Leben gerufen, auf dem ich in regelmäßigen Abständen all die Gedanken aufschreiben werde, die sich in meinem Kopf um den geilsten Verein der Welt ranken. Freut ich drauf, so wie ich mich darauf freue!

PS: Da der 11FREUNDE Verlag seinerzeit meine Geschichten rund um den FC Bayern nicht veröffentlichen wollte, mache ich das unter Eigenregie nun halt selbst. Pech gehabt, liebe Leute. Das hätte auch alles bei euch stehen können…