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FC Bayern vs. Gladbach: ohne Kimich, Lahm und Boateng?!

In knapp einer halben Stunde ist es wieder soweit, da spielt der FC Bayern München gegen seinen „Lieblingsgegner“, die Borussia aus Mönchengladbach. Dieses Duelle zeichnen sich seit jeher durch eine gehörige Portion Brisanz aus, denn oft finden diese Spiele auf Augenhöhe statt – egal, ob in Gladbach oder in München. Daher drängen sich angesichts der heutigen Aufstellung des Signore Ancelotti diverse Fragen auf:

>> Warum lässt der Trainer gegen einen solch konterstarken Gegner nicht mit dem derzeit weltbesten Innenverteidigerduo Hummels/Boateng spielen, sondern stellt neben Hummels den Kollegen Martínez auf? Zugegeben, letzterer kann auch Fußball spielen, aber als Duo sind Hummels und Boateng nur schwer zu bezwingen.

>> Warum sitzt ein Joshua Kimich auf der Bank, dafür steht ein Xabi Alonso in der Startelf? Denn: Mit Kimich kann man derzeit kaum etwas falsch machen, da er in blendender Verfassung ist und sogar regelmäßig als Torschütze auffällt (aktuell: 7 Tore in den bisherigen Pflichtspielen des FCB). Alonso hingegen ist immer für einen Stock- bzw. Abspielfehler gut, was gegen die schnellen Gladbacher fatal sein kann.

>> Gegen eine Spitzenmannschaft wie Gladbach sollte man sein bestes Personal aufwarten, warum dann ausgerechnet Lahm nicht spielt und dafür Rafinha auf Rechts verteidigt, wird wohl Carlo Ancelotti beantworten können, sollte über die linke Angriffsseite der Gladbacher ein Tor (oder mehr) fallen.

Aber gut, trotz dieser auf den ersten Blick seltsam anmutenden Entscheidungen des Signore steht da ein Topmannschaft auf dem Rasen, die den „Fohlen“ vom Niederrhein Paroli bieten und den Abstand auf die Lüdenscheider weiter vergrößern kann – da diese heute dankenswerterweise nicht über ein Unentschieden gegen den Tabellenvorletzten aus Ingolstadt hinausgekommen sind.

Na dann: Gutes Spiel und drei Punkte, bitte sehr!

 

Die bisherigen Resultate des FC Bayern München in der Champions League 2016/2017

Warum eine „Krise“ nicht immer eine Krise ist

Ich kann! es nicht mehr hören! Geschweige denn lesen oder per Zappelvideo sehen. Was ich meine? Ich rede von der vermeintlichen „Krise“ des FC Bayern München. Denn die ist genauso absurd wie eine Diskussion darüber, ob der Papst neue Kleider braucht für den Winter. Doch warum passiert das gerade? Nun, dafür gibt es ausreichend Gründe:

1. Die Bundesliga soll mal wieder spannend werden, und das um jeden Preis. Da fabulieren die Gazetten schon mal gerne über eine „Krise“, die auf den zweiten Blick keine ist. Und wenn dann auch noch Mannschaften wie der 1. FC Köln und RB Leipzig auf den Plätzen zwei und drei rangieren – um so toller. Da wird dann auch schon mal die Sensationsmeisterschaft des 1. FC Kaiserslautern aus der Saison 1997/98 unter Otto Rehhagel herausgekramt.

2. Der Trainerwechsel vom Über-Über-Über-Perfektionisten Pep Guardiola zum „Lebemann“ Carlo Ancelotti wurde mit großer Spannung erwartet und nach den ersten Erfolgen in Bundesliga und Champions League als geglückt eingestuft. Doch dann folgte die Auswärtsniederlage gegen Atletico Madrid (die derzeit Erster der Spanischen „La Liga“ sind, nur mal so!), und zwei teils spielerisch dürftige Unentschieden gegen Köln und Frankfurt (die beide sehr mutig und taktisch klug gespielt haben), und schon wird das Engagement Ancelottis infrage gestellt.

Klar, ein Fußballtrainer, der mit dem AC Mailand zweimal die Champions League gewonnen hat, mit Real Madrid diese Trophäe einmal holte und darüber hinaus als Spieler und Trainer weitere zahlreiche Titel gewinnen konnte, kann von Fußball und wie man diesen spielen lässt, wohl wenig bis gar keine Ahnung. Klar ist auch, dass es alle selbst ernannten Experten viel besser wissen (und davon gibt es leider viele zu viele), und so wird das neue Konzept und die neue Spielphilosophie von Signore Ancelotti in Grund und Boden geschrieben. Kann ja nix werden mit den Bayern.

3. Artikel, Blogbeiträge und noch so klitzekleine News über und rund um dem FC Bayern München funktionieren immer! Daher füllen die Internetseiten und Totholz-Postillen dieser Republik seitenweise das Geschehen vom erfolgreichsten Verein Deutschlands. Das bringt Klickzahlen und Auflage, selbst wenn es substantiell nichts Neues zu berichten gibt. Da muss dann einfach mal eine „Krise“ herbeigeschrieben werden, und leider beteiligt sich die Führungsriege des FC Bayern auch noch daran.

Zusammengefasst lässt sich also sagen: Eine Krise ist nicht immer gleich ein Krise, nur weil viele Leute darüber schreiben und berichten. Und falls man aus erster Hand wissen will, wie es sich doch anfühlt, so eine Krise, sollte man den Blick nach Wolfsburg wenden. Oder Dieter Hacking fragen…

EM 2106 in Frankreich

EM 2016: Was zur Hölle, 11Freunde, soll daran lustig sein?! [Upd]

[Update] Ich stehe und stand wohl mit meiner Meinung zum Glück NICHT alleine da, sodass sich die Redaktion eines Besseren belehren ließ und den Facebook-Eintrag für nicht angemessen erachtet. Respekt, 11Freunde, dann fliegt ihr doch nicht aus meiner FB-Liste. Schließlich machen wir alle mal einen Fehler… [/Update]

Bis dato hielt ich die Jungs und Mädels von 11Freunde für ein durchaus lesenswertes, weil unterhaltsames und informatives Fußballjournal. Alleine schon deshalb, weil sie sich „Magazin für Fußballkultur“ nennen. Diese Annahme musste ich heute leider infrage stellen, als mir folgender Facebook-Eintrag begegnete:

Dieser FB-Post ist aus mehreren Gründen nur schwer tolerier- und nachvollziehbar:

1. Angesichts der aktuellen Ereignisse in Frankreich, wo russische, englische und auch deutsche Hooligans wild prügelnd durch die Städte und Stadien marodieren, ist ein derart unsensibler Umgang mit offenkundiger Gewalt weder lustig noch unterhaltsam. Warum also, 11Freunde-Redaktion, verschafft ihr dieser Szene auch noch ein Publikum?

2. Von einem Stammplatz in euren Herzen zu sprechen, 11Freunde-Leute, soll genau was bezeugen? Dass ihr unfassbar lustig seid? Dass euch kein noch so dümmlich geratener Wortwitz zu peinlich ist? Oder dass ihr ganz tief in euch drin Schalke-Hasser seid und den Gelsenkirchenern auf diesem Weg noch mal das Bundesliga-Finale 2000/2001 vor Augen führen wollt? Was auch immer es ist: Es ist weder lustig noch wortwitzig noch sonst etwas!

3. Selbst wenn der „Grätscher“ und die „Gegrätschten“ in irgendeiner Beziehung zueinander stehen sollten, ist der Hinweis darauf, „wer solche Freunde hat, der braucht zumindest keine Feinde mehr“ ebenfalls ein Hinweis aus der Hölle. Denn ja, solche Freunde braucht niemand, und wenn es Feinde gewesen sein sollten, möchte ich gerne auf Punkt 1 verweisen. Womit sich der Kreis schließt: Das ist wieder nicht lustig noch intelligent noch hat es irgendetwas mit Fußballkultur zu tun!

Denn: (Fußball)kultur, und damit schließe ich meinen kleinen Rant, soll verbinden, Freunde und Freude schaffen, und nicht spalten, trennen und verletzen. Und genau das alles trifft auf diesen euren Beitrag zu.

PS: Ich hoffe sehr, dass uns heute Nachmittag beim Spiel Russland-Slowakei ähnliche Szenen wie beim Spiel der Russen gegen England erspart bleiben. Ansonsten wird es wohl heißen: До свидания, Россия, auf Wiedersehen, Russland!

Das zwischenzeitliche 3:1 der Bayern gegen den FC Valencia während der China-Reise 2015

Eine neue Saison beginnt, und es müllert schon wieder!

Der FC Bayern München ist gerade mit einem großen Tross im fernen China unterwegs, der Markterschließung wegen. Klar, angeblich hat der tollste Verein der Welt geschätzte 90 Millionen „Sympathisanten“, und rund 600 Millionen Chinesen sind offenkundig ans Internet angeschlossen. Das ist natürlich sehr verlockend und macht eine neuntätige Promotion-Tour ins Reich der Mitte sehr nachvollziehbar.

Damit verbunden sind diverse Reisestrapazen, die so ein Fußballer sicherlich gut kompensieren kann, zumal die Bayernspieler nicht per „Holzklasse“ reisen müssen. Trotzdem ist so eine Tour anstrengend, schließlich geht es ja auch um die Vorbereitung auf die bevorstehende Saison 2015/2016. Es muss also wieder konzentriert gearbeitet werden, diverse alte und neue Fußballer integriert und aufeinander abgestimmt werden und vieles mehr.

FC Valencia als erster Gegner – beileibe kein Sparringspartner

Zu dieser Reise gehören auch drei Fußballspiele, von denen das erste heute am frühen Nachmittag deutscher Zeit stattfand. Der Gegner war kein unbekannter. Es handelte sich um den FC Valencia, der in der spanischen Primera Division die letzten Saison immerhin mit Platz vier abgeschlossen hat. Das war also beileibe kein einfacher Sparringspartner zum Warmlaufen, sondern ein anspruchsvoller Gegner während der China-Reise, zu denen noch Inter Mailand und FC Guangzhou Evergrande gehören.

Tja, und was soll ich sagen: Das Spiel gegen den Gegner des Champion-League-Finales von 2001 war ein vielversprechender Auftakt in eine neue Saison, die wieder viele schöne Spiele für Fans und Fußballgenießer parat halten könnte. Denn endlich sind bis auf Franck Ribery wieder alle Spieler mehr oder weniger gesund. Obendrein kommt ein Douglas Costa hinzu, der heute schon mal gezeigt hat, wozu er in der Lage ist. Eines ist er auf jeden Fall: schnell, verdammt schnell. Und dass er auch ein tolles Auge hat, bewies er beim Zuspiel zum 3:1 durch Thiago.

Es müllert schon wieder – und das gleich zweimal

Und es müllert schon wieder, denn dieser großartige Fußballer hat heute zweimal in seiner unnachahmlicher Art eingenetzt. Perfekt bedient hat ihn dabei in beiden Fällen Philipp Lahm, der etwas überraschend auf der rechten Außenposition auflief. Aber gut, irgendwer musste ja den wegen Muskelproblemen fehlenden Robben ersetzen. Und wie er das tat!

Aber auch die Abwehr machte insgesamt einen guten Job, wenngleich beim Gegentreffen offensichtlich wurde, woran es den Bayern aktuell mangelt: An guten Innververteidigern. Da Boateng kurzfristig geschont wurde und Dante gar nicht dabei ist, kamen Spieler wie Benatia hinten in der Mitte zum Einsatz. Eine Position, die ihm nicht wirklich zusagt. Aber gut, das wird auch wieder anders sein, wenn es dann richtig ernst wird.

So oder so, die China-Reise geht gut los, sportlich und auch stimmungstechnisch. Denn die meisten der 50.000 Fans im Stadion waren in Rot gekleidet – und waren bei jedem Tor des FC Bayern München sehr euphorisch.

By Agência Brasil ([1]) [CC BY 3.0 br (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/br/deed.en)], via Wikimedia Commons

FC Bayern ohne Schweinsteiger: traurig!

Update: Mittlerweile sind die Gerüchte der Wahrheit gewichen: Bastian Schweinsteiger verlässt den FC Bayern München alsbald, wie der Twitter-Kanal des FCB vermeldet. Der schönste Tweet dazu ist der hier:

Offiziell ist es noch nicht, aber wenn sogar Frank Buschmann es schon auf Facebook streut, wird es wohl stimmen: Bastian „Basti“ Schweinsteiger verlässt den FC Bayern. Damit geht nicht nur eine Ära zu Ende, die seit 1998 währt, sondern auch eine ganz besondere Beziehung zwischen einem Fußballer, seinem Verein und vor allem seinen Fans. Für die ist er nämlich immer noch der Basti, dessen Stern während der WM 2006 im eigenen Land zusammen mit seinem Kumpel Lukas „Poldi“ Podolski aufging.

Wow! Bastian Schweinsteiger geht zu Manchester United. Ich kann es verstehen. Hat mit Bayern alles gewonnen.

 

Seitdem ist viel passiert: Champions League-Finale wurden gewonnen und verloren, die „Schlacht“ 2014 gegen Argentinien mit dem Hauptakteur Schweinsteiger, und viele großartige Momente, die soviel von einem Fußballer erzählen, der sein halbes Leben beim FC Bayern verbracht hat.

Angefangen hatte alles in der Jugendauswahl, der er 1998 betrat. „Angeheuert“ vom TSV 1860 Rosenheim, spielte er bis 2002 in diversen Jugendteams des FC Bayern, bis er in der Saison 2002/2003 zur Amateurmannschaft der Bayern wechselte. Dort spielte er 34 Mal (mit zwei Toren auf er Habenseite), bis er dann unter Ottmar Hitzfeld zum Stammspieler in der ersten Mannschaft wurde. Seitdem hat er 342 Ligaspiele bestritten, in denen er 45 Tore schoss.

Ein verschossener Elfer und seine Wiedergutmachung

Das alles sind aber nur Zahlen und Statistiken, die den Spieler Bastian Schweinsteiger nicht ansatzweise erfassen oder widerspiegeln. In Erinnerung bleiben nämlich ganz andere Bilder von ihm. Etwa das vom tragischen Ende eines Fußballspiels, das im Grunde gewonnen schien und dann mit einem einzigen verschossenen Elfmeter ein jähes und sehr trauriges Ende fand.

Die Rede ist natürlich vom Finale Dahoam anno 2012 gegen den FC Chelsea. Tragische Figur damals: Bastian Schweinsteiger, der den letzten Elfer unter Zughilfenahme des Londoner Torwarts Cech  an die Innenseite des rechten Torpfostens schob, von dem der verflixte Ball leider nicht ins Tor, sondern aus demselben heraus rollte. Drogba versenkte den letzten Schuss, und die Engländer holten den Pott, der eigentlich den Bayern gehörte.

Aber auch das war und ist Bastian Schweinsteiger, der wieder aufstand und ziemlich genau ein Jahr später mit dem FC Bayern München einen grandiosen Sieg im Wembley-Stadion zu London errang. Dort bezwang man in einem fantastischen Champions-League-Finale den Erzrivalen Borussia Dortmund mit 2:1 und wurde so zum fünften Mal Landesmeister von Europa. Damit war das tragische Erlebnis vom Vorjahr kompensiert und Schweinsteiger und Co. wussten auf einmal: Ja, wir können auch Endspiele!

Weiter, immer weiter! Das BS31-Gen

Heute bin ich mir sicher, dass der Gewinn des CL-Finales gegen Dortmund auch der Grundstein für den WM-Gewinn 2014 in Brasilien war, wo vor allem Bastian im Finale den Nimbus des Unbesiegbaren erlangte. Unvergessen ist sein unbändiger Siegeswille im Spiel gegen Argentinien, als er sich selbst von einer Platzwunde im Gesicht nicht davon abhalten ließ, gemeinsam mit der DFB-Auswahl den vierten Stern nach Deutschland zu holen. Seitdem hat er einen Platz im Geschichtsbuch des deutschen Fußballs innen.

Tja, und jetzt geht er also nach Manchester United, geholt von einem, mit dem er es schon beim FC Bayern München zu tun hatte: Louis van Gaal. Der Trainer von ManU kennt Schweinsteiger natürlich sehr gut und dessen Fähigkeiten, und so hat er sehr erfolgreich solange um die Dienste seines ehemaligen Spielers gebuhlt, bis dieser nicht anders als „Ja“ sagen konnte.

Damit geht eine lange Zeit beim besten Verein der Welt zu Ende, und das ist wirklich sehr traurig. Denn wie ich heute schon auf Facebook geschrieben habe, der FC Bayern ohne Bastian Schweinsteiger, das ist wie Weißwürtscht ohne süßen Senf. Genauso fad und langweilig. Aber so ist es nun einmal und ich hoffe und wünsche ihm, dass die Zeit auf der Insel genauso erfolgreich sein wird wie die mit dem FC Bayern München.

Alles Gute, Bastian!

Rückspielergebnis FC Bayern FC Barcelona

Gewonnen und doch verloren – zumindest dieses Mal

Nach solch einem Halbfinale wie dem gegen den FC Barcelona könnte man trefflich darüber spekulieren, was gewesen wäre, wenn…

… Robben und Ribéry und Alaba fit und spielfreudig gewesen wäre.

… Guardiola im Hinspiel Müller im Spiel gelassen hätte und stattdessen Martinez oder Rode gebracht hätte, um damit die Defensive zu stabilisieren und das Unentschieden zu sichern.

… die Fußballspieler des FC Bayern München gestern Abend aus ihrem chancenmäßigen Übergewicht drei Tore mehr gemacht hätte.

Ist alles jedoch nur im Konjunktiv gesprochen, und so bleibt leider die etwas schmerzhafte Erkenntnis, dass die Champions League-Saison 2014/2015 für die Münchner Kicker nicht in Berlin im Finale endet. Was angesichts der fußballerischen Limitierung aufgrund der bereits genannten fehlenden Spieler auch fast schon einer Überraschung gleichgekommen wäre.

14 Minuten und ein überragender Sturm waren zuviel

Und doch: Angesichts der zahlreichen Ausfälle, Verletzungen und möglicherweise nicht immer ganz glücklichen Entscheidungen des Trainers bleibt die Erkenntnis, dass man dem FC Barcelona, der derzeit wohl besten Fußballmannschaft der Welt, Paroli geboten hat. Wenn da nicht nur die letzten 14 Minuten vor einer Woche im Camp Nou zu Barcelona gewesen wären.

Aber ich sag mal so: Mit einem Sturm wie dem der Katalanen, bestehend aus den nicht ganz durchschnittlichen Fußballspielern Messi (40 Tore Primera Division + 10 Tore Champions League), Neymar (22 PD + 9 CL) und Luis Suarez (16 PD + 6 CL) hätten sich die Bayern auch durch gesetzt. Alleine diese drei Kicker haben in der bisherigen Saison 78 Tore in der Liga und 25 in der CL geschossen. Das ist beispielsweise ligaseitig so viel wie der FC Bayern München im Spieljahr 2014/2015 insgesamt erzielt hat.

Drei Spieler, ein Marktwert von 260 Millionen Euro!

Berücksichtig man hierbei den aktuellen Marktmarkt dieser drei genannten Ausnahmekönner (Messi: 120 Mio. Euro, Neymar: 80 Mio., Suarez: 60 Mio.) wird schnell klar: Hier traf im Grunde David auf Goliath, und dafür hat sich der kleine Mann mit der Steinschleuder, sprich der FC Bayern, mehr als wacker geschlagen. Besser gesagt: sensationell! Denn der FC Bayern weist insgesamt einen Marktwert von rund 550 Millionen Euro auf, also etwas  mehr als das Doppelte von Messi, Neymar und Suarez.

Was lernen wir daraus? Dass Geld offensichtlich doch Tore schießt und dass die Bayern eine sehr gute Planung für die kommende Spielzeit benötigen. Und vor allem eins: gesunde und fitte Spieler. Dann klappt es auch wieder mit dem Champions League- und dem DFB-Pokalfinale.

FC Bayern München am 32. Spieltag der Saison 2014/2015

Was man von vier Niederlagen am Stück halten kann

Jetzt ist es also mal wieder historisch geworden: Viermal hat der FC Bayern München hintereinander verloren (0:1 gegen Augsburg, 0:3 gegen Barcelona, 0:2 gegen Leverkusen und 1:3 gegen Dortmund). Das ist den Münchnern zuletzt im Jahr 1991 widerfahren, also vor rund 24 Jahren. Da waren viele Bayern-Fans noch gar nicht auf der Welt.

Doch jetzt ist es einfach passiert. Blöd, aber so läuft es halt auch mal bei den Bayern, die sich ausgelaugt und müde in Richtung Zielgerade schleppen. Zu sehr scheint die Saison an ihren Kräften zu zehren, von den Müllers und Boatengs und Lahms und Schweinsteigers. Was irgendwie auch kein Wunder ist, sieht man sich die erhebliche Belastung an, mit der sich der bayerische Kader herumschlagen muss.

Keine Woche ohne Hiobsbotschaft und Verletzte

Denn seit Beginn dieser Saison gibt es kaum eine Woche, in der Guardiola mit demselben Personal üben und spielen kann. Das lässt und ließ sich dank des sehr gut besetzten Kaders eine Weile lang kompensieren, aber irgendwann stößt auch der FC Bayern München an seine Grenzen – und das geschieht gerade jetzt. Zugegeben, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, aber daran lässt sich leider nichts mehr ändern.

Allerdings, und daran muss ich an dieser Stelle nochmals erinnern, war es eine gute Saison, so oder so. Denn wenn das Kapitel Champions League am morgigen Dienstag gegen den FC Barcelona zugeschlagen wird, endet eine Spielzeit mit einer frühzeitigen Meisterschaft und zwei Halbfinalen. Ich denke, dass es so mache Mannschaft auf diesem Erdball gibt, die angesichts dieser Erfolge sofort mit den Bayern tauschen würden. Oder wie würden Chelsea, Liverpool, Manchester United, Manchester City und all die anderen früh Ausgeschiedenen reagieren, wenn man sie fragte: Wäret ihr gerne an der Stelle des FC Bayern?

Saison zu Ende bringen und die nächste gut planen

Daher gibt es nur eine Devise: Die Saison ordentlich zu Ende spielen, mit den frisch gekürten Meisterfrauen des FC Bayern am Marienplatz das „Double“ feiern und dann wohl überlegt die nächste Saison planen. Vor allem in personeller Hinsicht, damit so etwas wie in diesem Jahr nicht noch einmal passiert. Vier Niederlagen am Stück. Also ehrlich…

Glüüüüüüückwuuuuunsch an die Frauen des FC Bayern zur ersten Deutschen Meisterschaft seit 1976!!! #nurderfcb

Posted by Michael Hülskötter on Sonntag, 10. Mai 2015

FC Bayern vs FC Barcelona

Erkenntnisse einer schmerzhaften und überflüssigen Niederlage

Meine Vorfreude auf das Halbfinal-Hinspiel zwischen FC Barcelona und dem FC Bayern war richtig groß, wenngleich ich gewisse Zweifel hegte, ob  Messi & Co. angesichts der personellen Misslage der Bayern nicht eine Nummer zu groß sind. Optimistisch wie immer hatte ich trotzdem auf ein Unentschieden mit je einem Tor auf beiden Seiten getippt. Leider lag ich damit etwas daneben, selbst wenn es lange nach meinem Wunschergebnis aussah.

Hälfte eins: ein echter Hoffnungsmacher

Die erste Hälfte war wirklich ein Hoffnungsmacher. Die Bayern hatten Barcelona von ein, zwei Szenen abgesehen (vor allem die Weltklassechance von Suarez nebst Weltklasseparade von Manuel Neuer) ganz gut unter Kontrolle. Das hatte vor allem mit dem schnellen Systemwechsel seitens Guardiola von meinem prophezeiten 5-3-1 auf ein deutlich stabileres 4-2-3-1 zu tun. Beide Taktikgebilde waren eher defensiv ausgerichtet (was sich auch in der Zahl der Torchancen seitens der Münchner widerspiegelte), Barcelona kam aber in Hälfte eins nicht so häufig zu guten Abschlussgelegenheiten wie befürchtet erwartet.

Das setzt sich in Halbzeit zwei dann auch so fort, und die Bayern hatten zwischenzeitlich sogar ein leichtes Übergewicht im Mittelfeld. Wovon man sich allerdings leider nichts kaufen kann, vor allem dann nicht, wenn sich keine Torabschlüsse generieren lassen. Lewandowski war ziemlich auf sich alleine gestellt, von Thiago kam zu wenig, Müller war blass, und Schweinsteiger hatte auch nicht seinen besten Tag. So kann man gegen den FC Barcelona einfach keine Tore schießen.

Schlampig- und Müdigkeiten = drei Tore

Tja, und dann schlichen sich sukzessive Nachlässigkeiten und schlampige gespielte Pässe ein, was wohl auch mit ersten Ermüdungserscheinungen zu tun hatte. Anders lässt sich die Anhäufung von Fehlern vor dem 1:0 durch Messi nicht erklären. Genauso war es beim 2:0 und 3:0. Klar, Barcelona kann man nicht 90 Minuten lang fehlerfrei verteidigen, aber drei Tore in rund 14 Minuten ist alles andere als erklärlich.

Und doch gibt es Erklärungen, und die werden Guardiola und Sommer hoffentlich schnell und bald finden. Zu schwer wogen die Ausfälle und Robben und Ribery , vor allem in der Offensive. Dass Marc-André ter Stegen während des gesamten Spiels keinen einzigen, richtigen Ball halten musste, sagt alles über das Nicht-Vorhandensein von gefährlichen Stürmern des FC Bayern München im Mai 2015.

Neue Spieler müssen her – und zwar schnell

Was aber nicht bedeutet, dass es mit den beiden Edelfußballern zwangsläufig besser gelaufen wäre. Denn Robben und Ribery sind jenseits der 30 und werden in den nächsten ein, zwei Jahren (a) immer wieder verletzt sein und damit (b) nicht mehr die Spielfreude entwickeln können, die ein international konkurrierfähiger FC Bayern München braucht.

Aber, und das wiegt noch viel schwerer, ist dringend Bedarf auf der Stürmerpostition notwendig. Madrid und vor allem Barcelona sind hier Vorbild: Mit weniger als zwei, drei Weltklassespielern wie Messi, Neymar, Ronaldo, Bale und Co. kommst du heute nicht mehr aus. Das hat sogar Juventus Turin erkannt.

Daher muss man für die kommende Saison auf diversen Positionen fündig werden. Dazu gehört wie erwähnt der Sturm mit ein, zwei sehr guten Leuten. Dann muss für Robben und Ribery mittelfristig Ersatz gefunden werden (Götze ist es offenkundig nicht), und drittens ist ein weiterer guter Innen- und Außenverteidiger erforderlich. Denn dass Badstuber nochmal eine echte Größe bei den Bayern werden kann, möchte ich angesichts seiner Verletzungsanfälligkeit mehr als bezweifeln, und Boateng alleine kann es auch nicht richten. Und dass Benatia kein gelernter Innenverteidiger ist, konnte man gestern Abend gegen Barcelona sehr gut erkennen.

Neue Leute und vielleicht ein großes Fußballwunder

Was also bleibt von der zu hohen Niederlage gegen Barcelona als Erkenntnis? Nun, dass der FC Bayern neues Personal braucht, dass am kommenden Dienstag mehr als ein kleines Fußballwunder her muss und dass eine gewonnene Meisterschaft sowie zwei Halbfinale in einer Saison sehr, sehr respektabel sind. Aber wohl eben nicht für den FC Bayern München.

Pokalhalbfinale FC Bayern München vs. Borussia Dortmund

Spiele wie diese: Bayern München vs. Borussia Dortmund

Ja, es gibt diese Spiele wie das gestrige Pokalhalbfinale. Da standen sich gegenüber: Der FC Bayern München, seit letztem Sonntag zum 25. Mal Deutsch Fußballmeister, und  Borussia Dortmund, aktuell Platz 8 in der BuLi-Tabelle, ehrfürchtige 37 Punkte hinter den Bayern rangierend. Das sind zwölf verlorene Spiele mehr!

Also konnte es eigentlich nur einen Sieger gestern Abend in der Allianz Arena geben, zumal die Statistik ganz klar für die Bayern sprach, vor allem Zuhause. Und es sah bis zur 75. Minute auch alles nach einem ungefährdeten Sieg der Münchner aus, die die Schwarz-Gelben klar im Sack hatten. Bis zu diesem Tor von Aubameyang, das aus der allerersten Torchance der Dortmunder heraus entstand. Danach waren die Bayern zwar erst mal von der Rolle, fingen sich aber wieder.

Und selbst in der Verlängerung hatten sie noch ausreichend Möglichkeiten. Alleine Schweinsteiger mit seinen zwei nicht sauber platzierten Kopfbällen und Lewandowski mit dem Lattentreffer hätten es klar machen können, wenn nicht müssen. Aber irgendwie zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon das Gefühl: das wird heute nichts mehr.

Erinnerungen an das Finale Dahoam

Und es kamen Erinnerungen an dieses verfluchte Endspiel Dahoam gegen den FC Chelsea auf, das anno 2012 ganz ähnlich verlief. Auch da waren die Kicker aus der bayerischen Landeshauptstadt die klar dominierende Mannschaft und sind ähnlich fahrlässig mit ihren Torchancen umgegangen. Und das Ende des Spiels kennt man ja: Drogba wird eingewechselt, macht den Ausgleich, es geht in die Verlängerung und Schweini verschießt wohl den wichtigsten Elfmeter seiner Karriere.

Dass es gestern vier davon waren: Geschenkt. Dass Gagelmann (der Schiri) und sein Team den Bayern einen glasklaren Elfer verwehrt hat: geschenkt. Es gibt einfach diese Spiele, die du scheinbar nicht gewinnen kannst oder sollst.

Hoffentlich reicht es für den FC Barcelona

Allerdings scheint die Mannschaft in einem nicht sehr fitten Zustand zu sein, die letzten Wochen haben offensichtlich ihre Spuren hinterlassen. Da kann man wirklich nur hoffen, dass es für den Schlussspurt, speziell gegen den FC Barcelona nächste und übernächste Woche noch reicht. Um so mehr schmerzt die erneute Verletzung von Arjen Robben, der wohl in dieser Saison nicht mehr spielen wird. Aber vielleicht kommt ja Franck Ribéry zurück, zumindest fürs Rückspiel. Wir werden sehen.

Bayern hat mal wieder verloren – ja, und?!

FC Bayern München TasseAusgerechnet der werte Herr Veh der Frankfurter Eintracht stimmt ein Lamento in Moll an, die Bayern betrieben mit ihrer Rotationspolitik Wettbewerbsverzerrung. Ausgerechnet. Ist das nicht derselbe Herr Veh, der noch vor einigen Wochen zwei wichtige Spieler zuhause ließ, weil es bei einem Auswärtsspiel im übermächtigen München ohnehin nichts zu holen gäbe. Ja, ja, so schnell ändern sich die Zeiten und Bewertungen und Befindlichkeiten.

Aber zurück zu den Bayern. Ja, sie haben gestern nach 53 Spielen der Unbesiegbarkeit mal wieder verloren. Ja, und, who cares?! Sie sind schon Meister, und diese ganzen Rekorde und Statistiken und Zahlenspielchen sind doch eine reine mediale Veranstaltung, die für den FC Bayern München Null Relevanz hat.

Denn eines ist wichtig: der Mittwoch, und der wird hart genug, wenngleich die Bayern als Favorit ins Rückspiel des Champions-League-Viertelfinales gehen. Denn für ManU ist es die allerletzte Chance in dieser Spielzeit, noch halbwegs erfolgreich zu sein. Ob mit oder ohne Rooney. Und dafür werden sie Gras fressen und 90 Minuten oder mehr alles tun.

Und die Bayern haben auch ja noch ein paar Ziele, womit wir doch wieder bei Statistiken und Co. sind: Sie wollen zum ersten Mal in ihrer Geschichte das Triple wiederholen, und da gilt die ganze Konzentration den nächsten vier Spielen plus zwei Pokalbegegnungen. Das ist wichtig. Und nicht ein HeimAuswärtsspiel gegen den FC Augsburg. Aller Rekorde zum Trotz.