Archiv für den Monat: Mai 2014

Double-Meister FC Bayern: Das sehr gute Ende einer tollen Saison


Double-Sieger 2014Als Anhänger eines der erfolgreichsten Vereine dieses Planeten mögen manchmal die Ansprüche in den Himmel wachsen. Das hat die abgelaufene Spielzeit 2013/2014 wieder einmal trefflich demonstriert.

Denn nach der Triple-Saison 2012/2013 konnte es eigentlich nur schlechter werden, doch das Gegenteil stellte sich ein. So kam mit Pep Guardiola ein Trainer an Bord, von dem jeder Fußballverein nur träumen kann. Denn der FC Bayern hat ihn einfach so verpflichtet, und schon sprach jeder vom bevorstehenden Zauberfußball, den dieser Startrainer aus Katalonien an der Isar etablieren würde. Genauso, wie er es vier Jahre lang mit dem FC Barcelona praktizieren ließ. Und es kam exakt so, wie es sich alle erhofft hatten.

Besser noch: Es wurde viel, viel besser. Denn die Mannen rund um Schweinsteiger, Ribéry und Co. spielten einen Zauberfußball, der in Sachen Geschwindigkeit und Dominanz den Vorgängerfußball unter Jupp Heynckes toppte, womit wirklich nicht zu rechnen war. Das ließ mich Mitte Februar zu der Aussage hinreißen, dass es als Bayern-Fan schon mal ganz schön langweilig sein kann. Und dass meine ganze Hoffnung auf dem FC Arsenal liege, damit der Londoner Club mal wieder für so etwas wie Spannung sorgen könnte. Vergebens.

Ende März war es dann soweit: Der FC Bayern wurde am 27. Spieltag mit einem 3:1 bei Hertha BSC Berlin so früh Deutscher Meister wie noch keine deutsche Mannschaft je zuvor, und ich philosophierte sogleich darüber, was das wohl für die restliche Saison bedeuten könnte. Guardiola tat das leider auch, indem er verkündete, dass der FC Bayern die Spielzeit 2013/2013 ab sofort ad acta lege. Was wohl in gewisser Weise ein Fehler war.

Denn die Auswirkungen zeigte sich gleich am nächste Spieltag beim 3:3 gegen Hoffenheim, und das in der Allianz Arena, in unserer Trutzburg. Und eine Woche später verloren wir gar mal wieder ein Spiel, und das nach 53 unbesiegten Matches. Klar, das war der Aufstellung geschuldet und dem Umstand, dass die Spieler bereits mit dem Kopf beim bevorstehenden Chmapions-League-Spiel gegen Manchester United waren. Schlau war es aber vielleicht trotzdem nicht.

Konsequenterweise folgte sogleich die nächste Pleite, und dieses Mal war es ein deftiges 0:3. Zuhause. Gegen Dortmund, ausgerechnet. Da merkte man zum ersten Mal, dass den Bayern die fußballerische Leichtigkeit irgendwo zwischen Berlin und Mainz abhanden gekommen war, und der Zauberfußball der ersten 27 Spielrunden war irgendwohin verschwunden.

Zwar glaubte ich bei der Auslosung zum Halbfinale der Champions League noch ein gutes Los, was sich aber spätestens nach der 0:4-Klatsche im eigenen Stadion gegen Real Madrid als Trugschluss herausgestellt hatte. Und dann nahm auch noch Guardiola die komplette Schuld auf sich, die Niederlage gegen Madrid ganz alleine verantworten zu müssen. Doch hätte man nicht mal sagen könnte: Mensch, man muss auch mal verlieren können?

Ja, hätte man, aber der FC Bayern wäre nicht dort, wo er steht, wenn sie zufrieden wären mit dem, was sie bereits erreicht haben. Und so wurde aus dem letzten Spiel der Saison, das im Pokalendspiel gegen Borussia Dortmund mündete, erstens ein Charaktertest für die Mannschaft und zweitens eine Nagelprobe für Guardiola, ob er auch etwas anderes spielen lassen kann als Ticki-Tacka.

Und ja, er kann! Und wie!

Denn Pep Guardiola überraschte alle mit einer taktischen Aufstellung, die etwas hatte vom ultimativen Meisterstück. Und genau das wurde es dann auch. Denn mit einer Dreierkette, die in der Vorwärtsvbewegung der Bayern in eine Fünferette mutierte, mit einem Arien Robben in der Spitze und einem hängenden Sechser Javier Martinez kamen die Dortmunder bis auf ganz wenige Momente (wie beim zu unrecht nicht gegebenen Tor von Mats Hummels) nicht bis gar nicht zurecht.

Und so schossen Arjen Robben und Thomas Müller den FC Bayern München zum zehnten Double-Gewinn seiner Vereinsgeschichte. So wurde diese tolle Saison zum Glück mit einem großartigen Ende veredelt. Und die Kinder und ich pilgerten zur Double-Meister-Sause am Marienplatz. Was für ein Glück! Danke, Bayern! Danke, Pep!