Archiv für den Monat: April 2014

Warum der FC Bayern gegen Real Madrid seine Leichtigkeit wiederfinden kann [Upd]

Real Madrid vs. FC Bayern MünchenVor eineinhalb Wochen, kurz nach der Auslosung des Champion-League-Halbfinales, habe ich über das tolle Los gejubelt: dem FC Bayern München wurde Real Madrid zugewiesen, und das auch noch mit Heimspielrecht im Rückspiel. An dieser meiner Meinung hat sich nichts geändert. Höchstens an den Vorzeichen.

Kein Ticki-Tacka und keine 50-m-Diagonalpässe mehr

Denn noch bis zu dem Spiel gegen Borussia Dortmund war klar, wer der klare Favorit auf die Finalteilnahme ist. Seitdem hat der FCB allerdings das Spielerische seiner Fußballkunst ein wenig aus den Augen verloren. Keine Ticki-Tacka-Ballstaffetten mehr, keine Diagonalepässe von Toni Kross mehr über 50 Meter, keine Fünffach-Übersteiger mehr von Franck Ribéry. Geblieben ist eine offensichtlich verunsicherte Mannschaft, und keiner weiß, warum. Nun ja, es gibt vielleicht den ein oder anderen Erklärungsversuch. Vielleicht war es die ständige Rotiererei von Pep Guardiola, nachdem feststand, dass die Bayern so früh wie noch nie in ihrer Geschichte Deutsche Meister waren. Die unglückseilige Verletzung von Thiago, einem der besten Bayern-Spieler bis zu diesem Zeitpunkt. Die unnötigen Niederlagen gegen Mainz und Dortmund, die möglicherweise der Rotation zugrunde liegen.

Das Fehlen von Manu Neuer könnte schwer wiegen

Update: Die gute Nachricht kommt von der taktischen Aufstellung des FC Bayern: Manuel hat seine Verletzung überwunden und wird im Tor stehen. Und auf Seiten Madrids wird Ronaldo von Anfang spielen, im Gegensatz zu Gareth Bale. Aufstellung Real Madrid FC Bayern München Und jetzt fehlt auch noch Manuel Neuer, wie es scheint, der sich gegen Dortmund an der Wade verletzt hat und seitdem an seinem Comeback arbeitet. Klar, mit Lukas Raeder steht ein passabler Ersatzmann für Neuer parat, der wie die Nummer 1 in Gelsenkirchen ausgebildet wurde. Aber zum einen fehlt Raeder die Erfahrung und Klasse eines Manuel Neuer, und zum anderen verfügt der Stammkeeper des FC Bayern über eine Ballbehandlung, um die ihn so mancher Feldspieler beneiden mag. All diese möglichen Gründe sollen die Kicker um Lahm, Schweinsteiger und Co. aber nicht davon abhalten, gegen Real Madrid ein gutes Spiel abzuliefern, denn sie werden das Fußballspielen doch nicht verlernt haben in den letzten Wochen. Und klar ist auch: Heute können sie sich die Leichtigkeit ihres Spiels wieder zurückholen – oder sie weiter zuschütten. Hoffen wir mal auf das Beste. Go, Bayern, go!

Real Madrid vs. FC Bayern München

Tolles Los: FC Bayern spielt gegen Real Madrid

Das große Stöhnen in Madrid war bis nach München zu hören, als Freitag Mittag im fernen Nyon die Halbfinalepartien der Champions League gezogen wurden. Dabei verkam zunächst einmal die Veranstaltung zur Mini-Farce, denn was in einer Viertelstunde (max.) hätte abgehandelt werden können, nahm etwa 45 Minuten in Anspruch.

Der „Missetäter“ für das Unwohlsein in der spanischen Hauptstadt war schnell ermittelt: Luís Figo, selber einer der großen Real-Spieler von 200 bis 2005, zog nächst Real Madrid aus dem Lostopf, um anschließend die rote Kugel mit dem Inhalt „FC Bayern München“ zu präsentieren.

„Nicht schon wieder diese Bayern!“, muss wohl in der Chefetage und auf dem Trainingsgelände des derzeitigen Tabellendritten der spanischen Primiera Division ausgerufen worden sein. Und das zurecht, schließlich hat man an die „Bestia Negra“ aus „Múnich“ primär schlechte Erinnerungen.

5x KO-Sieger und zwei weitere Erfolge gegen Real Madrid

Bereits 20 Mal standen sich der FC Bayern München und Real Madrid in der langen Geschichte des Landesmeistercups gegenüber, und das seit der Saison 1975/76. Davon gingen die Bayern insgesamt fünf Mal in KO-Paarungen als Sieger vom Platz, obendrein siegten sie in der Saison 1999/2000 zwei Mal in der damals noch existierenden Zwischenrunde.

Vor allem aber die letzten zwei Partien, ebenfalls das Halbfinale der Champions League, sind den Madrilenen wohl noch in unguter Erinnerung. Da verloren sie zwar in München mit 1:2, führten beim Hinspiel acht Tage später aber bereits in der 14. Minute durch zwei Tore von Cristiano Ronaldo mit 2:0 und wähnten sich wohl schon im Reich ihrer Träume.

Doch ein Elfmeter in der 27. Minute von Arjen Robben und ein aufopferungsvoll kämpfender FC Bayern München erzwangen die Entscheidung im Elfmeterschießen, in dem die bayerischen Spieler Alaba, Gómez und Schweinsteiger trafen und einen weinenden Ronaldo zurückließen.

Die Vorzeichen sprechen für den FC Bayern München

Die Vorzeichen für den FC Bayern stehen für die Neuauflage des Halbfinales 2011/2012 also sehr gut, zumal der Superstar der Madrilenen aufgrund muskulärer Probleme auszufallen droht. Und was Real Madrid ohne Ronaldo wert ist, hat der Verein letzte Woche beim äußerst schmeichelhaften 0:2 gegen Dortmund gezeigt: Nicht viel, wenn man sie denn gehörig unter Druck setzt. Und das können Schweinsteiger, Ribéry, Robben und Co. ganz vorzüglich.

Also, auf geht’s, ihr Bayern! Kehrt noch einmal die „Bestia Negra“, die schwarze Bestie heraus! Auf das Ronaldo wieder so herzzerreißend weint…

FC Bayern steht im Halbfinale der Champions League, und das ist gut so!

FC Bayern-Flagge, extra gehisst in Emsdetten, NRW
Die FC Bayern-Flagge, extra gehisst in Emsdetten, NRW

Was wurde nach der Auslosung des Champions League Viertelfinales nicht alles geschrieben: Manchester United sei das einfachste Los aller verbliebenen Mannschaften, das wird quasi ein Selbstläufer, etc. Dann kam das Hinspiel in Old Trefford, und spätestens nach Schlusspfiff wussten die ganzen Schlaumeier: Na, das ist doch keine „g’mahte Wies’n“ (bayerisches Idiom für einen günstigen Ausgang, der schon im Vorhinein feststeht).

Klar, die Bayern haben die 90 Minuten gegen ManU dominiert und lagen am Ende in allen Statistiken vorne, aber Zahlen alleine lassen eine Mannschaft nicht gewinnen oder verlieren. ManU hatte einen Plan, und den haben sie ziemlich gut umgesetzt, wobei im Falle einer Doppel-Viererkette sicherlich nur Defensivfetischisten die Note „gut“ vergeben. Man könnte auch sagen: Rooney & Co. haben sich das 1:1 „ermauert“. Nicht schön, aber hey, so ist Griechenland anno 2004 unter Otto Rehhagel Fußballeuropameister geworden.

Mauermannschaften haben in der CL nichts verloren

Und gestern? Da war es erst mal nicht anders als letzte Woche, nur mit einem Unterschied: Bayern hat am Ende gewonnen dank der Tore von Mandzukic, Müller und Robben, und das in einer eindrucksvollen Art und Weise. Und damit gleichzeitig belegt: Mauermannschaften wie Manchester United haben in einem Halbfinale der Champions League nichts verloren. Und das ist auch gut so!

Fazit: Morgen Mittag wird dem FCB der FC Chelsea zugelost, dann kann die Mannschaft um Pep Guardiola die nächste Defensivkünstlertruppe aus dem Wettbewerb eliminieren. Zudem haben wir mit Mourinho & Co. noch eine Rechnung offen. Und außerdem muss sich ja irgendwer um die Verbesserung der Fünf-Jahres-Wertung der Bundesliga kümmern…

So sehen Sieger aus: Die erfolgreiche Startelf gegen ManU
So sehen Sieger aus: Die erfolgreiche Startelf gegen ManU

Bayern hat mal wieder verloren – ja, und?!

FC Bayern München TasseAusgerechnet der werte Herr Veh der Frankfurter Eintracht stimmt ein Lamento in Moll an, die Bayern betrieben mit ihrer Rotationspolitik Wettbewerbsverzerrung. Ausgerechnet. Ist das nicht derselbe Herr Veh, der noch vor einigen Wochen zwei wichtige Spieler zuhause ließ, weil es bei einem Auswärtsspiel im übermächtigen München ohnehin nichts zu holen gäbe. Ja, ja, so schnell ändern sich die Zeiten und Bewertungen und Befindlichkeiten.

Aber zurück zu den Bayern. Ja, sie haben gestern nach 53 Spielen der Unbesiegbarkeit mal wieder verloren. Ja, und, who cares?! Sie sind schon Meister, und diese ganzen Rekorde und Statistiken und Zahlenspielchen sind doch eine reine mediale Veranstaltung, die für den FC Bayern München Null Relevanz hat.

Denn eines ist wichtig: der Mittwoch, und der wird hart genug, wenngleich die Bayern als Favorit ins Rückspiel des Champions-League-Viertelfinales gehen. Denn für ManU ist es die allerletzte Chance in dieser Spielzeit, noch halbwegs erfolgreich zu sein. Ob mit oder ohne Rooney. Und dafür werden sie Gras fressen und 90 Minuten oder mehr alles tun.

Und die Bayern haben auch ja noch ein paar Ziele, womit wir doch wieder bei Statistiken und Co. sind: Sie wollen zum ersten Mal in ihrer Geschichte das Triple wiederholen, und da gilt die ganze Konzentration den nächsten vier Spielen plus zwei Pokalbegegnungen. Das ist wichtig. Und nicht ein HeimAuswärtsspiel gegen den FC Augsburg. Aller Rekorde zum Trotz.